Biologische Reinigungsstufe

Mit Hilfe von Mikroorganismen werden die im Abwasser vorliegenden Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen weitgehend entfernt; dabei werden unterschiedliche Lebensbedingungen für die verschiedenen Organismen geschaffen, damit diese zu einem sicheren und hohen Reinigungsergebnis bei der Abwasserbehandlung beitragen können.

Belebungsbecken

Zur biologischen Reinigung sind folgende Becken und Volumina vorhanden:

Biologie 1: Dentrifikationsbecken , V = 1.830 m3
Nitrifikationsbecken, V = 4 * 1.205 m3 = 4.820 m3,
davon wahlweise 2.410 m3 für die Denitrifikation nutzbar
Biologie 2: Dentrifikationsbecken , V = 1.413 m3
Nitrifikationsbecken, V = 4.237 m3,
davon wahlweise 1.412 m3 für die Denitrifikation nutzbar

Insgesamt stehen damit 12.300 m3 Beckenvolumen für die biologische Reinigung zur Verfügung.
In beiden, voneinander getrennten Straßen wird das Verfahren der vorgeschalteten Denitrifikation angewendet, bei dem verschiedene Verfahrensschritte zeitlich parallel, aber in örtlich getrennten Becken stattfinden.

Etwa zwei Drittel der Beckenfläche sind mit Plattenbelüftern belegt, über die feinblasig Luft in das Abwasser eingeblasen werden kann (Nitrifikation). Darüber hinaus bewegen Rührwerke das Abwasser in den Denitrifikationsbecken und verhindern dadurch eine Absetzen des Schlammes in diesen unbelüfteten Bereichen.
Die zeitliche Steuerung der Belüftung und die kontinuierlichen Messungen in den Becken stellen eine weitgehende Abwasserreinigung sicher und passen sich den wechselnden Belastungen flexibel an.
Die erforderliche Druckluft für die Biologie 1 wird von der bestehenden Gebläsestation im Maschinenhaus erzeugt. Für belastungsschwache Zeiten wurden die drei bestehenden regelbaren Turboverdichter (Q = 3 * 2.250 - 5.000 m3/h) durch ein regelbares Gebläse Q = 900 - 1.800 m3/h ergänzt.
Für die Biologie 2 stehen drei regelbare Verdichter ( Q = 3 * 600 - 1.300 m3/h ) in der neuen Gebläsestation im Maschinenhaus zur Verfügung.

Die Luftmengen werden jeweils bedarfsgerecht geregelt und orientieren sich am aktuellen Sauerstoffbedarf.


Belebungsbecken

Phosphorfällung

Für eine sichere und gezielte Entfernung von Phosphorverbindungen aus dem Abwasser wurde im Zuge der Erweiterungsmaßnahme eine separate Lager- und Dosiereinrichtung im Freien neu installiert.

Die zudosierten Mittel (flüssige Aluminiumsalze) sind speziell auf die Eigenschaften des Abwassers und auf die biologischen Prozesse abgestimmt und werden im Ablauf der beiden Belebungsstrassen in das Abwasser dosiert zugegeben.
Damit gehen die Phosphorverbindungen eine unlösliche feste Verbindung ein und setzen sich mit dem Belebtschlamm im Nachklärbecken ab. Das Phosphat wird gebunden und mit dem Schlamm der Schlammbehandlung (Faulbehälter) zugeführt.

Phosphorfällung

Phosphatlieferung